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Vorab: Ich suche Briefkopien von deutschen Briefen für die Capriolos!!! Wer kann da helfen?

Die Firma Aero Caproni war ein bedeutender Flugzeughersteller in Italien. Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Firma auch Motorräder herzustellen, und so am "Nachkriegsaufschwung" teilzuhaben.
Das Erfolgsmodell von Aero Caproni war von Anfang an die "Capriolo".
Die Capriolo kämpfte in der 75ccm-Klasse in den 50er Jahren mit seinen Hauptkonkurrenten Laverda 75 Sport und Ceccato um die Giro d' Italia, und vor allem um den Sieg bei der Milano-Taranto.
1954 schliesslich triumphierte Claudio Galliani mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 82,724 km/h auf der 1289km langen Strecke über die Konkurrenz.

Meine Aero Caproni Capriolo Sport (mit 75ccm) ist leider noch unrestauriert, Bilder folgen.

Später wurde die Firma Aero Caproni umbenannt in "Aeromere". Man stellte keine Flugzeuge mehr her, sondern beschränkte sich auf Zulieferteile für die Luftfahrtindustrie und weiterhin auf Motorräder. 1958 präsentierte man die neue Capriolo.
Das Firmenlogo zeigt den Luftfahrthintergrund.


Die Restauration  meiner Aeromere Capriolo 75  ist jetzt abgeschlossen.  Es gab die Aeromere Capriolo  in 3 Hubräumen, 75 ccm, 100 ccm und 125 cmm.  Zusätzlich gab es drei Ausführungen, eine "Normale", eine "Turismo Veloce" und eine "Lusso".
Bei meinem Motorrad handelt es sich um eine Capriolo 75 "Turismo Veloce". Das revolutionäre Motorendesign der Capriolo - die Ventilsteuerung über eine Königswelle und einem oben auf der Königswelle aufgflanschter Nockenscheibe blieb erhalten. Allerdings ist im Aeromere-Motor die Kurbelwelle nicht mehr in Fahrtrichtung orientiert, sondern klassisch quer zur Fahrtrichtung.
Die Siluette der Aeromere Capriolo ist durchaus ansprechend:


Und hier sind erste Bilder von der Maschine. Jetzt fehlt nur noch der TÜV...



Nach dem Ende der Langstrecken-Strassenrennen wie  Milano-Taranto, konzentrierte man sich im Rennsport bei Aeromere nur noch auf den Bereich "Regolarita" (Enduro-Maschinen). 1958 gewann man mit einer Capriolo die Internationale "Sei Giorni" (6-Tage-Meisterschaft) von Österreich.
In Summe wurde die Aeromere Capriolo ca. 10000 produziert, hauptsächlich die Strassenversionen "Normale" und "Turismo Veloce" (Quelle: Legend Bike, März 2004).







Und hier noch ein Bild vom Zylinderkopf. Vorne ist die Nockenscheibe zu sehen, von der die Ventile gesteuert werden. Die Nockenscheibe sitzt auf der Königswelle, die von unten hochkommt. Die ganze Anordnung der Ventile, Nockenwelle, und Königswelle ist etwas gedreht, so dass sich Krümmer und Vergaser ideal in den Motorradrahmen einfügen.


Das Getriebe wird über einen Ziehkeil geschaltet. Die Einstellung der Schaltung hat mich etliche graue Haare gekostet, und da bei meinem Motor die Schaltung kaputtgedroschen war, ging es wahrscheinlich nicht nur mir so...
Dabei ist es ganz einfach, wenn man es weis. Die Schaltplatte oben auf der Welle, welche die Gänge einrasten läst, dient zur Einstellung des Schaltweges, also das man genau einen Gang weiterschaltet, und nicht mehr oder weniger. Die beiden Haltescheiben auf der Schaltstange dienen dazu, dass die Gänge beim Einrasten gut getroffen werden.
Man bringt die Haltescheiben auf der Schaltstange zuerst auf eine mittlere Stellung, legt dan den ersten Gang ein (Stange ganz rein). Dann dreht man die Schaltplatte so, dass die erste Kerbe einrastet. Dann entfernt man die Haltescheiben am besten nochmals, so dass vorerst beim Schalten gar kein Gang eingelegt wird. Jetzt den Deckel drauf und schalten, durch leichtes verändern der Schaltplatte oben bekommt man sehr schnell eine Einstellung hin, das pro Schaltvorgang genau der nächste Gang getroffen wird, und man nicht in einen Zwischengang gerät.
Im Anschluß den Deckel wieder runter, die Schaltplatte auf den ersten Gang stellen, dann die Haltescheiben wieder aufschrauben, und so arretieren, das genau die Mitte der geschalteten Gänge getroffen wird. Und dann lässt sich die Capriolo wie Butter schalten.


 
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